| 31.05.2011 Lukas Wenig und der “verflixte” falsch montierte Regenreifen |
So kam es, dass der Langewiesener Lukas Wenig am vergangenen Wochenende bei der Rotax Max Eurochallenge in Wackersdorf wegen eines falsch montierten Reifens schließlich ohne Finaleinzug vorzeitig die Heimreise antreten musste. Der talentierte Nachwuchsrennfahrer glänzte in den Trainings am Mittwoch und Donnerstag mit Rundenzeiten, die der internationalen Konkurrenz die Sorgenfalten auf die Stirn trieben. Lukas Wenig bestätigte diese Performance auch in den offiziellen Sitzungen, belegte im ersten Training den ersten Platz (Gruppe der ungeraden Startnummern) und fuhr die drittschnellste Zeit seiner Gruppe im zweiten Training. Fürs Zeittraining schien der Youngster gut gerüstet! Kurz vor der wichtigen Sitzung öffnete dann der Himmel seine Schleusen, im Vorstart wurden noch schnell Regenreifen aufgezogen, jedoch pokerte Lukas Wenig auf eine abtrocknende Strecke und verzichtete auf weitere Änderungen an seinem Kart-Setup. Trotz nicht nachlassendem Regen fuhr er schließlich die fünftbeste Zeit im Feld der europäischen Rotax-Elite. Diese Rundenzeit sollte allerdings von den Technischen Kommissaren kurze Zeit später aberkannt werden. Was war passiert? “Wir hatten am Vormittag in der üblichen Hektik unsere Slickreifen und einen Satz Regenreifen im vorgeschriebenen Parc Ferme montiert. Dabei ist uns bei den für uns noch relativ ungewohnten Mojo Regenreifen ein dummer Fehler passiert. Wir hatten bei einem Reifen die Laufrichtung nicht beachtet und folglich den Reifen falsch herum montiert. Wer sich im Kartsport auskennt, weiss, das dies logischerweise keinen technischen Vorteil, sondern eher einen kräftigen Nachteil bringt. Die technischen Kommissare haben darin allerdings einen Verstoß gegen das Reglement gesehen und unsere Zeit gestrichen,” informierte Papa und Mechaniker Frank Wenig nach dem Desaster im Zeittraining. Der Start aus den hinteren Reihen in die anstehenden drei Qualifikationsheats war die Folge und gleich im ersten Vorlauf musste Lukas Wenig sein Kart mit von einem Konkurrenten abgefahrenen Heckspoiler vorzeitig abstellen. Im zweiten Heat arbeitete sich der Rotax Junior von der 23. auf den hervorragenden neunten Platz nach vorne und fuhr dabei die schnellste Rundenzeit. Im dritten Heat folgte der 12. Platz und somit in Addition aller Vorläufe die 30. Gesamtposition, die eine direkte Finalqualifikation lediglich um zwei Positionen verfehlen ließ. Den anstehenden Hoffnungslauf absolvierte Lukas Wenig mit Bravour, gewann den Start und ging als klarer Sieger über die Ziellinie. Die Rennleitung ahndete dann allerdings ohne jeglichen Videonachweis einen Frühstart und sprach eine zehn Sekunden Zeitstrafe aus. Diese Bestrafung warf den Nintendo Team Scheider Piloten bis auf den zwölften Platz nach hinten, was abschließend für eine erfolgreiche Finalqualifikation natürlich nicht mehr reichen sollte. Etwas frustriert äußerte sich Lukas Wenig bei seiner vorzeitigen Abreise im Gespräch mit den Journalisten: “Das Wochenende hatte hervorragend begonnen und wir wären zweifelsohne auf eine Top 5 Platzierung gefahren. Der falsch montierte Reifen hat uns dann komplett aus der Bahn geworfen und die Zeitstrafe im Hoffnungslauf war nur noch das Tüpfelchen auf dem “i”. Ich nehme diese Niederlage mit Fassung und denke, dass mich auch solche Erfahrungen auf meinem Weg zum Motorsport-Profi weiterbringen werden. Ein herzliches Dankeschön geht an M-Tec Kart für das erneut absolut konkurrenzfähige Material und an meinen Mentalcoach Martin Rusam, der mir speziell am vergangenen Wochenende in solch aussichtsloser Situation den Blick nach vorn und den Glaube an mein Potential aufrecht erhält.” Die nächsten Wochen werden für den motivierten Nachwuchsrennfahrer kaum Zeit zur Erholung bringen. Lukas Wenig startet am 08. Juni bei der Rotax Max Challenge in Templin, reist von da am 19. Juni weiter zur DMV Kart Championship nach Oppenrod und startet dann am 03. Juli im bayerischen Ampfing in die zweite Saisonhalbzeit der RMC. Der nächste Lauf zur Rotax Eurochallenge findet schließlich von 27. – 31.07. in Thy (Dänemark) statt. Internet: www.lukas-wenig.de
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Nicht nur in der hoch technisierten Königsklasse Formel-1, sondern bereits in der “Grundschule” Kartsport gibt es eine unendliche Menge an technischen Fehlern, die einen Piloten trotz makelloser Leistung letztendlich leer ausgehen lassen.


